Chinesischer Mondkalender: Bedeutung und Nutzen
Die asiatische Kultur findet auch hierzulande immer mehr Anhänger. Auch in den Bereichen der auf das Alltagsleben anwendbaren traditionellen Lehren können ihr viele etwas abgewinnen.
Feng Shui, die Lehre über die Harmonie der Räume, und die Grundlagen des chinesischen Horoskops, asiatische Heilkünste wie Akupunktur und die Ästhetik Asiens füllen viele gut verkäufliche Bücher. Zunehmend beschäftigen sich viele Menschen mit dem chinesischen Kalender und Mondkalender, anhand dessen sich das Geschlecht eines erwarteten Kindes bestimmen lassen soll.
Die entsprechende Tabelle, die vor 700 Jahren in einem Herrschergrab in der Nähe von Peking gefunden wurde, hat angeblich ein chinesischer Wissenschaftler angefertigt. Das Original wird in einem Institut der chinesischen Hauptstadt aufbewahrt. Wer sich dafür interessiert, findet die Tabelle auch im Internet. Sie ist einfach zu handhaben und richtet sich nach dem Zeitpunkt der Empfängnis. Der chinesische Kalender zur Festlegung der Zeitrechnung, wie er heute im Reich der Mitte gebräuchlich ist, wurde 1645 mithilfe von Jesuiten modernisiert und beruht auf der präzisen astronmomischen Stellung von Sonne und Mond.
Die Legende besagt, dass der chinesische Mondkalender vom Gelben Kaiser (3. Jahrtausend v. Chr.) erfunden wurde. Derselbe Herrscher soll auch der Begründer der chinesischen Medizin und der Astrologie sein. Nach dem Mondkalender wird das Jahr in zwölf Mondphasen eingeteilt, jeweils von Vollmond zu Vollmond, also die Zeit, während der Erdtrabant die Erde umrundet. Das Mondjahr umfasst ca. 354 Tage im Gegensatz zum Sonnenjahr mit 365 Tagen. Im heutigen chinesischen Kalender vermischen sich Sonnen- und Mondkalender. Um beide miteinander in Einklang zu bringen, ist es notwendig geworden, in turnusmäßigen Abständen einen weiteren Tag oder einen kompletten Monat einzuschieben. Bis zum Sturz der Mandschu-Dynastie 1911 galt ein chinesischer Mondkalender. Danach führte man den Gregorianischen Kalender ein, der sich nach der Sonne richtet. Aber traditionelle Feiertage werden weiterhin nach dem Mondkalender festgelegt – wie das chinesische Neujahr, das zwischen dem 21. Januar und dem 19. Februar mit dem zweiten Neumond nach der winterlichen Sonnenwende beginnt.
Der Horoskopzyklus der Chinesen stammt aus der Zeit der Han-Dynastie und umfasst zwölf Tierkreiszeichen, denen u. a. bestimmte Deutungen, die fünf Elemente Erde, Holz, Feuer, Metall und Wasser sowie die Begriffe Yin und Yang zugeordnet werden. Anders als in der Astrologie mit ihren Sternkreiszeichen gründet sich die Berechnung des chinesischen Horoskops nicht auf den Zeitpunkt der Geburt. Seine Basis ist ein Kalender mit Jahreszahlen, auf den die einzelnen Tierkreiszeichen entfallen. Beispiel: Wer 1975 geboren wurde und damit nach chinesischer Lehre im Jahr des Hasen, kann in Tabellen – z. B. im Internet – ablesen, welche Wesensmerkmale zugeschrieben werden und welches Tierkreiszeichen als Liebespartner am besten zu ihm passen könnte.